In Ihrem Haus oder im Rechenzentrum? Wie Sie die Hosting-Frage entscheiden
Eine der Entscheidungen aus den ersten beiden Wochen des Sprints klingt technisch, ist aber eine Geschäftsentscheidung: Wo soll die Software laufen? Auf Ihren eigenen Servern – oder in einem Rechenzentrum, das wir für Sie einrichten? Beides ist möglich, keines ist grundsätzlich richtig. Hier ist, wie Sie es entscheiden.
Die zwei Optionen
In Ihrer Infrastruktur. Das kann ein Server in Ihrem Gebäude sein, die Umgebung, die Ihr Systemhaus für Sie betreibt, oder ein Cloud-Konto, das auf Ihren Namen läuft. Gemeinsam ist allen: Die Umgebung gehört Ihnen, und jemand auf Ihrer Seite kümmert sich um sie.
Im Rechenzentrum, von uns eingerichtet. Ein europäisches, ISO-27001-zertifiziertes Rechenzentrum – dieselbe Art Umgebung, in der wir unsere eigenen Produkte betreiben. Wir richten sie ein und liefern die Software dort aus; der Vertrag für das Hosting läuft auf Sie, die laufenden Kosten zahlen Sie direkt an den Anbieter.
Die Software ist in beiden Fällen dieselbe
Das ist der wichtigste Punkt vorweg: Die Entscheidung ändert nicht, was gebaut wird. Sie ändert, wo es läuft und wer sich darum kümmert. Sie können sie also treffen, ohne dass sie das Projekt größer oder teurer macht – und Sie können sie später ändern, wenn sich Ihr Betrieb ändert.
Fünf Fragen, die die Entscheidung tragen
1. Wer kümmert sich, wenn etwas hakt?
Server brauchen Updates, Sicherungen und jemanden, der hinschaut, wenn sie nicht antworten. Haben Sie eine IT-Abteilung oder ein Systemhaus, das Ihre Server heute schon betreibt? Dann ist Ihre Infrastruktur die natürliche Wahl, und wir arbeiten mit diesen Leuten zusammen. Haben Sie niemanden dafür? Dann ist das Rechenzentrum meist die ehrlichere Antwort – dort ist die Grundlage schon betreut.
2. Wo steht Ihr ERP?
Wenn die neue Software eng mit einem ERP zusammenarbeitet, das auf einem Server in Ihrem Haus läuft, spricht einiges dafür, sie in der Nähe zu betreiben. Bietet Ihr ERP eine Schnittstelle über das Internet oder läuft es selbst in der Cloud, spielt der Standort kaum eine Rolle.
3. Wer soll darauf zugreifen?
Nur die Sachbearbeitung im Büro? Dann kann die Software rein intern laufen. Der Außendienst mit dem Smartphone, Kunden, Lieferanten? Dann muss sie ohnehin aus dem Internet erreichbar sein – und ein Rechenzentrum ist dafür gebaut, während ein Server im Büro dafür erst abgesichert werden muss.
4. Welche Vorgaben gelten für Ihre Daten?
Datenschutz nach DSGVO lässt sich in beiden Fällen einhalten; das Rechenzentrum, mit dem wir arbeiten, steht in Europa. Manche Branchen und manche Kunden haben darüber hinaus eigene Vorgaben, etwa dass Daten das Firmengelände nicht verlassen dürfen. Wenn es solche Vorgaben bei Ihnen gibt, ist die Frage damit beantwortet.
5. Was kostet es Sie wirklich?
Eigene Hardware wirkt günstig, weil sie schon da ist. Rechnen Sie die Zeit dazu, die jemand für Updates, Sicherungen und Störungen aufwendet. Das Rechenzentrum kostet eine monatliche Gebühr, die Sie direkt beim Anbieter bezahlen – planbar, ohne Aufschlag durch uns.
Was in beiden Fällen gilt
- Laufende Kosten zahlen Sie direkt beim Anbieter. Hosting, App-Store-Gebühren und Ähnliches laufen nicht über uns.
- Der laufende Betrieb ist eine eigene Vereinbarung. Der Sprint liefert die Software lauffähig aus. Wer sie danach überwacht und bei Störungen bereitsteht, vereinbaren wir separat und schriftlich – egal, wo sie läuft.
- Sie bekommen alle Zugänge und die Dokumentation. Auch beim Rechenzentrum liegt der Zugang bei Ihnen, nicht bei uns.
Unsere Empfehlung, ehrlich
Für die meisten mittelständischen Betriebe ohne eigene IT-Mannschaft ist das Rechenzentrum die bessere Wahl: weniger, um das sich jemand kümmern muss, und von Anfang an aus dem Internet erreichbar. Wer ein Systemhaus oder eine IT-Abteilung hat, die Server heute schon zuverlässig betreibt, fährt mit der eigenen Infrastruktur gut – wir arbeiten dann mit diesen Leuten zusammen.
Wir sprechen die Empfehlung in den ersten beiden Wochen aus, mit Begründung und mit den Abwägungen, die dahinterstehen. Die Entscheidung treffen Sie.
Zwei Angaben reichen: Gibt es jemanden, der Ihre Server heute betreut – und wo läuft Ihr ERP? Damit können wir im Architektur-Gespräch schon sagen, in welche Richtung es geht.